Die neue Propsteikirche

Eine neue Heimat für eine missionarische Gemeinde

Die neue Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig e.V. - Ansicht aussenSeit Mitte der 90er Jahre wächst die Leipziger Propsteigemeinde beständig. Übertritte und Erwachsenentaufen sind keine Seltenheit mehr. Wir freuen uns über viele Taufen: das Durchschnittsalter unserer Gemeinde beträgt zurzeit knapp 37 Jahre. Jedes Jahr wächst unsere Pfarrei um rund 150 Mitglieder. Unsere Gemeinde ist jung, sie ist lebendig und sie ist missionarisch.

Ein Zeichen des Aufbruchs, der Hoffnung und des Glaubensmutes

Mit der neuen Propsteikirche wollen wir als Christen im Zentrum von Leipzig in die Stadt hineinwirken. Für die Menschen und Gäste dieser Stadt soll unsere Kirche ein Zelt Gottes sein, ein Ort, an dem Gottes Gegenwart erfahrbar ist. Wir wollen die Menschen in ihrem Alltag wieder mit Christus zusammenbringen. Die neue Leipziger Propsteikirche findet die Unterstützung der Deutschen Bischofskonferenz, im Februar 2009 gab es für unser Projekt eine deutschlandweite Kollekte. Auch im öffentlichen Raum wird der Propsteineubau in der Leipziger Innenstadt positiv beurteilt.

Die Architektur

Für den Neubau der neuen Propsteikirche wurde 2009 ein internationaler Architektenwettbewerb durchgeführt. 20 Architekturbüros haben am Wettbewerb teilgenommen, die Liste finden Sie zum Herunterladen unter:
» www.propstei-leipzig.de/medieninformationen

Nach der ersten Phase des Architekturwettbewerbs kamen acht Entwürfe in die entscheidende zweite Phase, am 07. 12.2009 trafen die Preisrichter ihre endgültige Preisentscheidung, Sieger des Wettbewerbs ist das Leipziger Architekturbüro schulz&schulz. Das Preisgericht war hochrangig besetzt. Neben zahlreichen Architektur-Experten aus ganz Deutschland und - das ist eine Besonderheit - einer Vertreterin der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurden auch Experten aus Stadtverwaltung und Stadtrat sowie Vertreter des Bauherrn als Preisrichter berufen.

Fünf Bausteine bilden das Nutzungskonzept

Die neue Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig e.V. - Ansicht der EmporeDie Kirche mit Glockenturm, der Gemeindebereich, die Verwaltung, Wohnungen sowie ein Funktionsbereich bilden die fünf Bausteine des Nutzungskonzeptes. Dem Raumprogramm liegen ein pastorales und liturgisches Konzept der Gemeinde zugrunde, aus dem Maßgaben und Ansprüche an die bauliche/räumliche Gestaltung und den architektonischen Ausdruck für das neue Gebäudeensemble erwachsen. Es soll ein Bauwerk entstehen, das Ausdruck des Selbstverständnisses der jungen und beständig wachsenden Gemeinde ist. Es soll aber auch für die heutige Zeit stehen und das Stadtbild Leipzigs bereichern. Ganz im Sinne des christlichen Auftrags, die Schöpfung zu bewahren, hat die katholische Propsteigemeinde den ausdrücklichen Wunsch, nachhaltig zu bauen. Das Bauwerk soll deshalb ökologisch beispielgebend und C02-neutral sein. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt dieses Ziel und fördert die Verankerung der Nachhaltigkeitsaspekte bereits im Wettbewerb - Nachhaltigkeit nicht als ad on, sondern von Anfang an integraler Standortdes Projekts!

Die Kunst in der neuen Propsteikirche

Zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche wurde ein zweiteiliger Kunstwettbewerb ausgelobt, für die Gestaltung der liturgischen Orte und des großen Kirchenfensters. Dieser Wettbewerb wurde von einer hochkarätig besetzten Jury am 07.01.12 entschieden. In der Gruppe „Kirchenfenster“ hat Falk Haberkorn aus Leipzig den ersten Preis gewonnen. Den ersten Preis in der Gruppe „liturgische Orte“ erhält der Entwurf von Jorge Pardo, ein kubanisch-amerikanischer Künstler, der in Los Angeles lebt.

Die Entscheidung für das Kunstwerk von Falk Haberkorn begründet sie Jury folgendermaßen: "Das Fenster an der neuen Trinitatis Kirche belichtet nicht nur den Innenraum, sondern stellt gleich einem Schaufenster den Anlaufpunkt für Passanten dar. Das erdgeschossige, wandhohe, straßenbegleitende Fenster ist hierbei nur transluzent, nicht transperent. Dennoch offeriert es sich durchaus als Schaufenster, das hier nicht Waren eines Kaufhauses feilbietet, sondern vielmehr das Angebot der Kirche selbst darstellt. In drei sich überlagernden Schichten werden Auszüge der Heiligen Schrift ganzflächig auf die Scheibe aufgebracht. Erst beim Herankommen gibt sich die gewobene Zeilenstruktur als Text zu erkennen und lädt den Betrachter zum Lesen und zur Kontemplation ein. Der Entwurf ist stringent und konsequent; er ist klar strukturiert und bestens durchdacht. Der Lösungsansatz ist verblüffend einfach und überzeugend. Was hat eine Gemeinde anderes auszusagen, als das Wort, das ihr mitgegeben worden ist? Dass dann für einen Passanten Teile des Neuen bzw. Alten Testaments – entsprechend der Beleuchtungssituation – lesbar sind, ist ein Zeichen der christlichen Gemeinde in die Welt hinein, die ihre Präsenz selbst als Angebot und Orientierung mitteilt."

1. Preisträgerentwurf Kirchenfenster Falk Haberkorn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Arbeit von Jorge Pardo wird so vom Preisgericht beschrieben: "Der Entwurf erregt unmittelbar Aufmerksamkeit durch seinen scheinbaren Gegensatz zur strengen Formgebung der Architektur. Diese Gestaltung der liturgischen Orte unterstreicht den festlich-emotionalen Charakter des ebenfalls nur vermeintlich kühlen Innenraums. Dies schafft der Künstler durch die sinnlich erfahrbare Auffüllung der geometrischen Grundformen mit Ornamenten. Diese Ornamentik verweist weit zurück in die Vergangenheit sakraler Gestaltung. Und steht so für die Kraft einer Tradition, die sie durch zeitgemäße handwerkliche Umsetzung in die Zukunft fortschreibt. So erzeugt sie eine dem Verständnis von Kirche als Ort der Freude angemessene Atmosphäre. "

1. Preisträgerentwurf Jorge Pardo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachhaltigkeit - die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert den Bau der neuen Propsteikirche

Als Christen fühlen wir uns dem Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet, so wie wir es als unseren Auftrag ansehen, dass wir die Schöpfung bewahren. Nachhaltigkeit spielt beim Neubau der Propsteikirche Leipzig eine wichtige Rolle. Am 12.02.12 wurde durch den Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Herrn Dr. Fritz Brickwedde ein DBU-Förderbescheid über 300.000 € übergeben. Dabei wurde nochmals deutlich hervorgehoben, dass der Propsteineubau auch vom Nachhaltigkeitsgedanken her außergewöhnlich ist. Bereits vor Beginn der Ausschreibung zum Architektenwettbewerb wurde die DBU hinzugezogen, um bei der Erarbeitung von Nachhaltigkeitsanforderungen an die wettbewerbsbeteiligten Architekturbüros die Propstei fachlich wie finanziell (mit 41.000 €) zu unterstützen. Dieser frühe Zeitpunkt ermöglicht, dass die Nachhaltigkeitselemente nicht nachträglich hinzugefügt werden, sondern bereits integraler Bestandteil des architektonischen Konzeptes und Entwurfes werden.
Auch die dem Architektenwettbewerb folgende weitere Planungsphase wurde von der DBU mit 125.000 € unterstützt, so dass sich die Gesamtförderung durch die DBU mit dem heutigen Bescheid auf insgesamt 466.000 € beläuft.
Beispiele für ökologische Elemente sind:
- Die Speicherung und Nutzung des Brauchwassers (Regenwasser)  durch ein großes Speicherbecken im Kirchturm, das nach dem Prinzip des Wasserturms funktioniert und den Wasserbedarf des Bauwerkes deutlich minimiert.
- Fast 700 m2 Photovoltaikfläche am Kirchturm (Südseite) und auf dem Kirchendach) sorgen für eine fast komplette Stromversorgung des gesamten Gebäudes.
- Die Beheizung und Kühlung des Bauwerkes durch Geothermie mittels Erdsonden macht die neue Propstei unabhängig von externen Energieversorgern.
- Die Optimierung der Gebäudedämmung mindert den Wärmeverlust.
- Die Beauftragung regionaler Unternehmen senkt die Belastungen durch lange Transportwege, ebenso die Verwendung regionaler Rohstoffe wie zum Beispiel des Rochlitzer Porphyrs für die Gebäudefassade, etc.

Dokumentation zum geplanten Neubau