Die Hintergründe

1847

Die erste Trinitatiskirche im Jahre 1847 (westlich des neuen Rathauses) Die erste Trinitatiskirche wurde 1847 westlich des neuen Rathauses auf einem Grundstück an der Rudolphstraße fertiggestellt.

Sie wurde bei Bombenangriffen im Dezember 1943 zerstört,Ruine nach Bombenangriffen im Dezember 1943 die Ruine der Kirche wurde von der Gemeinde mühsam gesichert, durfte dann auf Beschluss der kommunis- tischen Regierung nicht wieder aufgebaut werden, die Ruine wurde 1954 gesprengt.

1968

Bis 1968 Evangelische Universitätskirche LeipzigÜber viele Jahre waren wir dann zu Gast in der evangelischen Universitätskirche Leipzig. Am 30. Mai 1968 wurde die vollständig intakte Universitätskirche auf Beschluss der Leipziger Stadtverordneten und des Senats der Karl-Marx-Universität Leipzig trotz des Protestes Tausender Leipziger gesprengt, ein Akt kommunistischer Kulturbarberei. Die katholische Propsteigemeinde hatte ein weiteres Gotteshaus gewaltsam verloren.

 

1982

Heutige Propsteikirche (Standort:Emil-Fuchs-Strasse)Weitere Jahre der Wanderschaft der Gemeinde folgten, als Gast durch verschiedene Gottesdiensträume. Hier durften wir über die Jahre viele gute ökumenische Erfahrungen machen und große Unterstützung der evangelischen Geschwister erleben. Ende der 70er Jahre wurde staatlicherseits einem Neubau zugestimmt, aber nur außerhalb des Stadtzentrums. Kirche sollte und durfte nicht auffallen. Im Jahre 1982 wurde die heutige Propsteikirche geweiht mit dem Standort Emil-Fuchs-Straße, damit wurde die Pfarrei St. Trinitatis und mit ihr die katholische Kirche aus dem Zentrum Leipzigs verdrängt.

Bereits kurz nach der Fertigstellung der jetzigen Propstei zeigten sich erhebliche Bauschäden, die durch ein falsches Baugrundgutachten und eine unzureichende Gründung verursacht wurden. Inzwischen hat sich der Bauzustand gravierend verschlechtert und die Kosten für die laufenden Sanierungen, den Unterhalt und die Beheizung der Gebäude sind so unkalkulierbar geworden, dass der Beschluss gefasst wurde, einen Neubau zu errichten. Das historische Areal an der Rudolphstraße steht für diesen Neubau nicht zur Verfügung, da es seit Jahrzehnten mit einer Schule bebaut ist, die auch längerfristig Bestand haben wird. Deshalb hat die Gemeinde von der Stadt Leipzig ein Grundstück zwischen Martin-Luther-Ring, Peterssteinweg und Nonnenmühlgasse erworben, hier entsteht die neue katholische Propsteikirche Leipzig.

2010

Blick über das Rathaus auf das Baugrundstück für die neue PropsteikircheMit dem neuen Projekt verbindet die Gemeinde - die 1923 zur Propstei erhoben wurde und damit eine besondere Rolle in der Stadt und der Region einnimmt - das Ziel, wieder stärker in das Zentrum der Leipziger Innenstadt zu rücken und einen räumlichen Bezug zum Standort der ersten Trinitatiskirche herzustellen. Das Grundstück ist neben den historischen Bezügen aber auch besonders geeignet, weil es sehr gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden ist - bis hin zur künftigen Haltestelle „Leuschnerplatz” des im Bau befindlichen Eisenbahntunnels. Für eine Kirche, besonders aber für eine Propstei, die pfarrübergreifend als katholische Zentralkirche und -gemeinde für Leipzig fungiert, ist dies von besonderer Bedeutung. Mit einer neuen katholischen Kirche im Stadtzentrum will die Gemeinde im Sinne des Verständnisses eines „Weltauftrags des Christen” aktiv am Leben Leipzigs mitwirken und im Herzen der Stadt ihre Impulse dazu einbringen. Gerade dieser Gedanke hat dazu geführt, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz das Neubauprojekt zu eigen gemacht hat und deutschlandweit dafür um Unterstützung wirbt.